Für Schulen

Amnesty International hat in  5  Jahrzehnten Erfahrungen mit der Vermittlung von Themen rund um die Menschenrechte sammeln können.  Wir legen dabei Wert auf  einen sachlichen Umgang mit Menschenrechtsthemen sowie auf die vollständige Neutralität in politischen, weltanschaulichen und konfessionellen Fragen. Zudem werben wir nicht für irgendwelche Positionen, sondern informieren über die Inhalte der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und die sie ergänzenden internationalen Verträge.  Gleichzeitig  informieren wir anhand von Daten und Fakten über aktuelle Verletzungen der Menschenrechte - egal wo sie stattfinden und egal, welche politischen oder wirtschaftlichen Interessen  sie berühren.

Vor diesem Hintergrund können wir Schulen in Bayern und Baden-Württemberg  viele Angebote zur Ergänzung des Unterrichts machen:

 

VORTRÄGE UND DISKUSSIONEN IM UNTERRICHT

Das Ulmer Büro von Amnesty International kann zu allen Themen rund um die Menschenrechte erfahrene Fachleute als Gäste im Unterricht entweder selbst stellen oder  vermitteln - und zwar in ganz Süddeutschland.  Die Vorbereitung ist unkompliziert und erfordert in der Regel nicht mehr als eine kurze Absprache per E-Mail oder Telefon.  Termine können auch kurzfristig vereinbart werden.  Die Wahl des Themas, die Einbettung in Unterrichtszusammenhänge  und die Gestaltung  der Stunde(n) werden individuell abgesprochen und orientieren sich an den Wünschen der Schule.  Die Inhalte werden an die jeweilige Altersgruppe   (8. – 13. Klassen)  ebenso angepasst wie an den Lehrstoff in den Fächern Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde/Sozial-kunde, Ethik, Religion und Fremdsprachen.
Kontakt:  menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de , Tel.:     0731 – 63 63 2   (Bei telefonischen Rückfragen  bitten wir um Ihr Verständnis, dass unser ausschließlich ehrenamtlich betreutes Büro in der Regel nur in den Abendstunden erreichbar ist.)

Die folgende Liste von möglichen Themen umfasst nur eine Auswahl von Beispielen, weitere Themen können individuell vereinbart werden:

 

Geschichte und Gegenwart der Menschenrechte 

Eine Zusammenfassung der historischen, philosophischen und politischen Entwicklung der Menschenrechte und ein Überblick über ihren Zustand heute.  Gleichzeitig wird vermittelt, wie der Schutz der Menschenrechte in unserer Zeit funktioniert, warum es dennoch immer wieder in den meisten Ländern der Welt zu Menschenrechtsverletzungen kommt und weshalb sowohl die Menschenrechte  wie auch viele Verfassungsgrundsätze  - beispielsweise die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes -   ohne das Engagement des  „mündigen Bürgers“  nicht funktionieren können.

 

Entstehung der Zivilgesellschaft – die wachsende Bedeutung von Nichtregierungs-organisationen und ihre Arbeitsweise am Beispiel von Amnesty International

Rund 40.000 humanitäre Hilfsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen sind heute bei den UN registriert. Gemeinsam bilden sie eine neuen Faktor auf dem Parkett der internationalen Politik. Die weltweit größte Menschenrechtsorganisation ist gleichzeitig auch die erfahrenste: Amnesty International blickt heute auf über ein halbes Jahrhundert der Arbeit für den Schutz und die Durchsetzung der UN – Menschenrechtserklärung zurück. Die Erfahrungen und die Entwicklung der Organisation werden kritisch unter die Lupe genommen, die Arbeitsweise von Amnesty wird erläutert und die Entwicklung der internationalen Standards zum Schutz der Menschenrechte analysiert

 

Menschenrechte auf dem Rückzug - auf dem Weg in eine neue Epoche der Unfreiheit ?

Die Zahl der offenen Diktaturen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich kleiner geworden, die Zahl der autoritären Regime hinter scheinbar demokratischen Kulissen - auch „Demokraturen“ genannt- nimmt hingegen immer weiter zu. Von Jahr zu Jahr wird die Pressefreiheit in mehr und mehr Ländern der Welt eingeschränkt. Auch der Spielraum für die Organisationen der Zivilgesellschaft wird immer kleiner - in über 50 Ländern gibt es inzwischen sog. „Agentengesetze“ gegen humanitäre Hilfsorganisationen, Menschenrechtsgruppen oder Stiftungen. Sogar in einigen Ländern der Europäischen Union nehmen Menschenrechtsverletzungen zu. Während es bis in die 90er Jahre danach aussah, als ob sich in immer mehr Staaten ein immer besserer Schutz der Menschenrechte durchsetzen würde, scheint sich mit Beginn des neuen Jahrhunderts die Entwicklung umgedreht zu haben: immer neue Krisenherde, Kriege und instabile Staaten bedrohen die Menschenrechte und schränken die Handlungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft ein.

 

 „>Gerechtigkeit heilt“ - Der Internationale Strafgerichtshof und der Kulturbruch im Umgang mit Menschenrechtsverletzungen

In allen Kulturen und Staaten galt über Jahrtausende, dass gewöhnliche Kriminelle zur Rechenschaft gezogen werden, führende Kriminelle jedoch nicht. Wenn man von Revolutionen oder verlorenen Weltkriegen absieht, hatten Massenmörder seit je her gute Chancen, mit ihren Verbrechen davon zu kommen. Mit der Einrichtung von Institutionen zur Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit - angefangen vom südafrikanischen Modell der „Wahrheitskommission“ bis hin zu Internationalen Tribunalen, dem IStGh oder dem deutschen Völkerrechts- Strafgesetzbuch hat ein neues Zeitalter begonnen, in dem Menschenrechtsverletzungen (fast) ebenso selbstverständlich verfolgt werden wie jeder andere Rechtsbruch.

 

 

Das Schicksal in die eigenen Hände nehmen - die Rolle der Selbsthilfeorganisationen im Kampf um die Menschenrechte

In der Geschichte der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und der Entwicklung der internationalen Civil Society spielen die Selbsthilfe-Organisationen der Opfer von Menschenrechtsverletzungen und ihrer Familienangehörigen bis heute eine entscheidende Rolle - bis hin zum Sturz von Diktaturen. Entstanden sind sie aus den Organisationen der Familienangehörigen von Opfern lateinamerikanischer Militärdiktaturen wie zum beispiel den „Müttern der Plaza de Mayo“ in Argentinien. Ihr Beispiel hat weltweit Schule gemacht.

 

Glaube, Ideologie, Menschenrechte: auf dem Weg zurück ins Mittelalter ?

Der politische und religiöse Extremismus scheint wieder auf dem Vormarsch zu sein. Fast 70 Jahre nach der aus alter Erfahrung mit Krieg und Unterdrückung gewachsenen globalen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen brechen fast überall auf der Welt neue Krisenherde aus und fast überall scheint es, als würden in einer immer komplizierter gewordenen Welt die Sehnsucht der Menschen danach wachsen, in fundamentalen Ideologien oder Religionsauffassungen einfache Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Die einfach erscheinenden schwarz / weiss -Lösungen gibt es deshalb nicht. Der Schriftsteller Urs M. Fiechtner publiziert seit den '70er Jahren über Menschenrechtsthemen, ist Mitarbeiter bei Amnesty International sowie dem Behandlungszentrum für Folteropfer in Ulm und berät Selbsthilfeorganisationen der Opfer von politischer, religiös oder ethnisch bedingter Gewalt in Afrika und Lateinamerika.

 

Kulturelle Identität  und Integration im Exil: gibt es Grenzen der Toleranz?

In vielen Ländern Europas nehmen kulturelle Konflikte zwischen Migranten und der einheimischen Bevölkerung zu, zahllose Diskussionen entzünden sich rund um Stichworte wie Kopftuchverbot, Zwangsheirat, Ehrenmorde, Religionsfreiheit,  Ghettoisierung, Minarettverbote, Überfremdung... -  Der Vortrag  beleuchtet  aus der Sicht der Menschenrechtserklärung und des Grundgesetzes  die Fragen des Umgangs mit den Rechten auf kulturelle Identität und  auf Freiheit der Religionsausübung.

 

Folter  - Angriff auf die Menschenwürde

Der „Krieg gegen den Terror“ hat Folter wieder salonfähig gemacht - besonders die Befürwortung unter Jugendlichen steigt. In rund jedem zweiten Land der Welt gehört die Folter zum Alltag, auch in Deutschland ist das absolute Folterverbot nicht mehr unumstritten.   Der Vortrag bietet einen sachlichen und umfassenden Überblick zum Thema und seinem Zusammenhang mit dem Begriff der Menschenrechte, gleichzeitig wird am Beispiel des Themas der Begriff der Menschenwürde erläutert, der  sowohl der Menschenrechtserklärung der UN wie dem deutschen Grundgesetz vorangestellt ist.

 

Folteropfer unter uns  - Die Arbeit des Ulmer Behandlungszentrums für Folteropfer

Ein großer Teil der Flüchtlinge in Deutschland sind ehemalige Folteropfer oder wurden durch Kriegserlebnisse schwer traumatisiert. Hinzu kommen Menschen, die als politische Gefangene in den Gefängnissen der DDR misshandelt worden sind. Auf Initiative von Amnesty  wurde  1995  das Ulmer Behandlungszentrum für Folteropfer  (BFU) gegründet, das sich seither bundesweit ein hohes Ansehen erworben hat. Der Vortrag berichtet über die Arbeit des BFU.

 

Flucht und Trauma: Folteropfer unter uns

Etwa 30 Prozent der Flüchtlinge in Europa sind Folterüberlebende oder wurden durch andere Formen der Gewalt, etwa als zivile Opfer von Kriegen, schwer traumatisiert.  Die Anzahl der Flüchtlinge, die heute aus Diktaturen und Kriegsgebieten nach Deutschland kommen, steigt immer weiter an. Hinzu kommen Menschen, die als politische Gefangene in den Gefängnissen der DDR misshandelt worden sind.

Auf Initiative von Amnesty International wurde 1995 das Ulmer Behandlungszentrum für Folteropfer (BFU) gegründet, das sich seither bundesweit ein hohes Ansehen erworben hat. Es ist eines von 26 Behandlungszentren in Deutschland, die auf Betreiben von Bürgerinitiativen und Menschenrechtsorganisationen gegründet werden mussten, weil das deutsche Gesundheitssystem  auf die Opfer staatlicher Gewalt unzurei-chend vorbereitet ist.

Der Referent gehört zu den Gründern des BFU, das hier gleichzeitig auch als Beispiel für das Entstehen lokaler oder regionaler Menschenrechtsprojekte in ganz Deutschland dient.

Der „Krieg gegen den Terror“ hat Folter wieder salonfähig gemacht – die Zahl der Befürworter einer Lockerung des Folterverbotes steigt. In rund jedem zweiten Land der Welt gehört die Folter zum Alltag, auch in Deutschland ist das absolute Folterverbot nicht mehr unumstritten und es werden immer wieder Versuche unternommen, Folter in Ausnahmefällen zu rechtfertigen („Rettungsfolter“) und die grundgesetzlich verankerte Unantastbarkeit der Menschenwürde zu relativieren. Der Vortrag bietet einen sachlichen und umfassenden Überblick zum Thema und seinem Zusammenhang mit dem Begriff der Menschenrechte und der Menschenwürde.

 

Zivilcourage

Experten von Amnesty International oder Schriftsteller berichten über ermutigende Beispiele von gesellschaftlichem Engagement in verschiedenen Ländern der Welt und schlagen die Brücke zu den Problemen in unserer Gesellschaft und im Alltag, die auch bei uns Zivilcourage erfordern.

 

Rassismus, Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit

Ursachen, Formen und Folgen der Diskriminierung Anderer in Deutschland und anderen Ländern der Welt.

 

Flucht, Asyl, Migration: Zwischen Abschreckungspolitik und Willkommenskultur

Nur ein Bruchteil der weltweit über 60 Millionen Flüchtlinge strebt nach Europa – dennoch zeigen sich einige Länder der Europäischen Union überfordert. Der Vortrag informiert vor dem Hintergrund der internationalen Rechtslage sachlich über die Fakten rund um Fluchtursachen, Herkunftsländer, Fluchtziele, Fluchtwege und die Zusammensetzung der Flüchtlingsgruppen sowie über die Aufnahmebedingungen und die aktuellen Verfahren der Europäischen und Deutschen Flüchtlingspolitik.

Hinweis für Veranstalter: Sowohl Einzelveranstaltung wie auch Kurs können nach den Wünschen des Veranstalters auf bestimmte Schwerpunkte eingehen und flexibel an aktuelle Entwicklungen angepaßt werden.

 

Folter  - Angriff auf die Menschenwürde

Der „Krieg gegen den Terror“ hat Folter wieder salonfähig gemacht - besonders die Befürwortung unter Jugendlichen steigt. In rund jedem zweiten Land der Welt gehört die Folter zum Alltag, auch in Deutschland ist das absolute Folterverbot nicht mehr unumstritten.   Der Vortrag bietet einen sachlichen und umfassenden Überblick zum Thema und seinem Zusammenhang mit dem Begriff der Menschenrechte, gleichzeitig wird am Beispiel des Themas der Begriff der Menschenwürde erläutert, der  sowohl der Menschenrechtserklärung der UN wie dem deutschen Grundgesetz vorangestellt ist.

 

Todesstrafe 

Seit der Epoche der Aufklärung wird die Todesstrafe als der symbolische Gegensatz zum Menschenrechtsgedanken zitiert. In Deutschland fordert aber laut Umfragen eine wachsende Anzahl von Menschen die Wiedereinführung dieser Strafe. Der Vortrag bietet einen sachlichen Überblick über  Theorie und Praxis der Todesstrafe, liefert nüchterne Daten und Fakten für einen Einstieg in die Diskussion und erläutert den Zusammenhang des Themas mit der Menschenrechtserklärung der UN, den internationalen Menschenrechtsverträgen und dem  deutschen Grundgesetz.

 

Verschwunden – In geheimer Haft

Von Hitlers  Nacht-und-Nebel-Erlass bis ins heutige Russland oder Afghanistan und den  „Geistergefangenen“ im Krieg gegen den Terror: eine von den Nationalsozialisten erfundene Methode der politischen Verfolgung hat sich auf fast die Hälfte aller Länder der Welt ausgebreitet. Am Beispiel  des  sog. „Verschwindenlassens“  illustriert der Vortrag die innere Logik und Mechanik  von Diktaturen und erklärt darüber hinaus, warum  „Nazi-Methoden“  noch immer existieren und  gelegentlich sogar in Rechtstaaten einsickern können.

 

Das Erbe des Nationalsozialismus

Bezüge zwischen der  deutschen Vergangenheit und heutigen Menschenrechts-verletzungen in aller Welt  - die Beschäftigung mit der deutschen Geschichte ist viel mehr als nur eine Beschäftigung mit  „der Vergangenheit“.  Im Gegenteil haben viele Diktaturen unserer Zeit von den Nazis gelernt  -  die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ist deshalb auch eine Auseinandersetzung mit vielen modernen Formen von Menschenrechtsverletzungen.

 

Der „Krieg gegen den Terror“: Konflikt mit den Menschenrechten ?

Deutschland nimmt auf vielen Ebenen am „Krieg gegen den Terror“ teil – Dienststellen der Polizei und der Geheimdienste kooperieren mit Staaten, die sich nicht an internationale Menschenrechtsverträge halten,  deutsche Truppen werden in bewaffneten Konflikten eingesetzt, in der Innenpolitik  wird die alte Frage  neu gestellt, ob die Sicherheit oder die Freiheit des Staatsbürgers an erster Stelle stehen.    

 

Indigene Völker  -  Die Rechte der „Ureinwohner“ und die Folgen des Kolonialismus

Am Beispiel der Geschichte und Gegenwart  indigener Völker in Lateinamerika  wird die Problematik der Erben alter Kulturen und ethnischer Minderheiten  in modernen Staaten und die daraus entstehenden Konflikte erläutert.

 

Lateinamerika und die Epoche der Militärdiktaturen

 

Wie lange und wie intensiv das Erbe von Diktaturen nachwirken kann, zeigt sich heute in fast allen Ländern Lateinamerikas. Die historische Epoche der Militärs von 1966 – 1990 wirft lange Schatten und ist daher alles andere als eben „nur Geschichte“, in sehr vielen Ländern sorgt der meist nicht geklärte Umgang mit Opfern und Tätern nach wie vor für Konflikte, in Afrika und Teilen Asiens gibt es immer noch und immer wieder offene und versteckte Militärdiktaturen. Der Vortrag analysiert, wie Militärdiktaturen entstehen und welche Rolle das Militär bis heute in der Politik sehr vieler Länder spielt.

Spanisch – Unterricht

Spanisch ist eine Weltsprache  - aber  erst Lateinamerika hat sie dazu gemacht.  Zur Ergänzung des Spanisch-Unterrichtes können Länder-experten  von Amnesty  (auf Wunsch auch zweisprachig)  in die kulturellen,  politischen und sozialen Besonderheiten der Länder Mittel- und Südamerikas einführen.

 

Abiturvorbereitung  Spanisch

Speziell für Schulen in Baden-Württemberg  können für die Behandlung des „Sternchenthemas“   Antonio Skarmeta /Mit brennender Geduld  Referenten und Zeitzeugen  die historischen, kulturellen und politischen Hintergründe des Romans erläutern.   Auf Wunsch können auch Schriftsteller vermittelt werden, die auf die literarischen Besonderheiten des Buches eingehen,  den Roman in den Kontext lateinamerikanischer Literatur einordnen  sowie Leben  und Werk der eigentlichen Hauptperson des Buches (Pablo Neruda) vorstellen können.

 

AUTORENLESUNGEN / AUTORENBEGEGNUNGEN

Die Beschäftigung mit einem Buch, die Auseinandersetzung mit einem literarischen Text und ganz besonders die Begegnung mit seinem/seiner Autorin können nachhaltiger wirken als trockene Sachinformationen.  Wir haben daher einige renommierte und fachlich kompetente Autoren, die sich seit Jahren mit Themen rund um die Menschenrechtserklärung auseinander setzen, darum gebeten, sich für Autorenlesungen an Schulen zur Verfügung zu stellen. Viele von ihnen kennen die Arbeit von Amnesty International und anderer Menschenrechtsorganisationen aus eigener Erfahrung, alle sind sie in hohem Maße geeignet, in sachlicher Form und  unabhängig von politischen Interessen das Bewusstsein für den Wert, das Wesen und die Bedeutung der Menschenrechte zu schärfen, über  aktuelle  Themen zu informieren, Zivilcourage zu fördern  und mit ihren Informationen und ihrer Expertise das Interesse für das  gesellschaftliche Engagement zu wecken.  Mit ihnen können neben Lesungen auch Vorträge, Workshops oder die Gestaltung von Projekttagen vereinbart werden.

Das Ulmer Amnesty – Büro unterhält traditionell seit Jahrzehnten Kontakte zu  Schriftsteller/innen in mehreren Ländern der Welt und hat unter anderem den Anstoß zu Buchprojekten gegeben, an denen bisher  fast 100 Autoren/innen aus  40 Ländern mitgearbeitet haben.  Viele dieser Kontakte  können wir nutzen, um unter günstigen Bedingungen und ohne organisatorischen Aufwand Autorenbegegnungen an Schulen im gesamten deutschsprachigen Raum zu ermöglichen.   Die entstehenden Kosten können in der Regel über Einrichtungen zur Leseförderung gedeckt werden, ohne die Schulen zu belasten. Entsprechende Kontakte vermitteln wir gerne. Für Autorenbesuche an Schulen in Baden-Württemberg und Bayern  können wir darüber hinaus zusätzliche Entlastungen anbieten.

Ausgewählt haben wir Autorinnen und Autoren,  die sowohl für Jugendliche wie für Erwachsene schreiben, die  literarische Erzählkunst mit  großer Sachkompetenz verbinden und die durch ihre Lebens-  und Berufserfahrung  als interessante Gesprächspartner  prädestiniert sind;  möglich sind daher ebenso Unterrichts-besuche für verschiedene Altersgruppen (generell 8. - 13. Klassen) wie Abend-veranstaltungen  für Eltern, Lehrer und Schüler sowie öffentliche Veranstaltungen.

Falls Sie Interesse an Autorenlesungen an Schulen haben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an  menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de  und nennen uns Ihre  inhaltlichen/thematischen Präferenzen  und ihre Wunschtermine. 

 

MATERIALEMPFEHLUNGEN 

Sämtliche Materialien können über das Ulmer Amnesty – Büro bezogen werden. Bitte schicken Sie einfach eine E-Mail an:  menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

 

Unterrichtseinheiten, Handreichungen und Unterrichtsmodelle zum Download

Von Amnesty International werden zur Zeit über 50  Unterrichtseinheiten zu den wichtigsten Themen rund um die Menschenrechte und aktuelle Menschenrechtsverletzungen angeboten. Eine Auswahl finden Sie auf den Seiten des Lehrerportals von Amnesty, www.wissen-gegen-willkuer.de.   Der direkte Link zu den  (natürlich kostenlosen) Download-Materialien  lautet:

http://www.wissen-gegen-willkuer.de/WGW/MaterialVonAiZurMenschenrechtsbildung

 

Amnesty International Report  - Zur weltweiten Lage der Menschenrechte 

S.Fischer Verlag, Frankfurt a.M., ca. 496 S., € 14,90, erscheint jährlich.

Sachbuch mit  Berichten zur Lage der Menschenrechte in ca. 150 Ländern der Welt.

 

Amnesty macht Schule.   

Herausgegeben von Amnesty International 2008 Heft A4, Spiralbindung ca 100 S.,  

A4,  € 6.-

Sammlung von Unterrichtseinheiten für die Jahrgangsstufen  5 – 13  für verschiedene Unterrichtsfächer über zahlreiche Menschenrechtsthemen.    

Menschenrechte im Unterricht

 Herausgegeben von Marion Schweizer

Edition Menschenrechte im Horlemann-Verlag

160 S.,  €  12,90 

Schon vor zehn Jahren aktualisierte und bekräftigte die Kultusministerkonferenz ihre Empfehlung zur Förderung der Menschenrechtsbildung: Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, für die Verwirklichung der Menschenrechte einzutreten und sich deren Missachtung zu widersetzen.
Dieses Lehrerbuch gibt Pädagogen eine Fülle von Ideen und Materialien an die Hand, mit denen sie Menschenrechtsthemen in den Sekundarstufen so behandeln können, dass die Jugendlichen dabei kognitive und auch soziale Kompetenzen entwickeln.
Zu jedem der 5 Unterrichtsmodelle bietet die Edition Menschenrechte einen Themenband mit verständlich aufbereiteten Sachinformationen und Fallgeschichten.
Die Autoren/innen der Themenbände können zur Vertiefung der Thematik für Lesungen und Diskussionen in den Unterricht eingeladen werden.  Für Seminare in der Lehrerfortbildung können zusätzlich dazu auch die Autoren/innen des Lehrerbuches als Referenten/innen gewonnen werden. 

Wissen gegen Willkür

Herausgegeben von der STIFTUNG LESEN in Zusammenarbeit mit Amnesty International,  Magazin, 48 S.

Sorgfältig zusammengestellte Broschüre mit  Handreichungen und Unterrichtseinheiten zu einer Auswahl zentraler  Menschenrechtsthemen. Die Themen werden von Experten in interessanten, didaktisch aufbereiteten Texten verdeutlicht. Mithilfe von begleitendem Material wie Lektüre-Angeboten und Unterrichtseinheiten  sollen Jugendliche für die Menschenrechte sensibilisiert und ermutigt werden, sich im eigenen Umfeld aktiv für ein faires Miteinander einzusetzen.  Empfohlen für Lehrer und Schüler der  7. - 12. Klassen.   In Ulm kann die Broschüre kostenlos bezogen werden, auch in größeren Stückzahlen (Klassensätze).

 

Lehrermappe Menschenrechtsbildung    

A-4  Mappe , ca 24 S., € 2,50.-   

Ein Pfad durch den Dschungel der Materialien mit einer Auswahl von  Unterrichtseinheiten, Lektüre-Vorschlägen, Medien und Materialien zu 12 ausgesuchten Themen sowie mit praktischen Tipps und Angeboten zur Unterstützung vor Ort.

 

Sven Schmolke / Tanja Kurzrock:  Geschichten aus dem Niemandsland – Angebote für die Arbeit in der Literaturwerkstatt und zur Öffnung von Unterricht

Ein Unterrichtsmodell für die Jahrgangsstufen  9 – 12.   Das Modell  bezieht sich auf das Buch  „Geschichten aus dem Niemandsland“ von Fiechtner/Vesely mit Kurzgeschichten und Erzählungen rund um den Menschenrechtsbegriff, kann jedoch auch unabhängig davon  zur Beschäftigung mit Menschenrechts-Themen im Unterricht eingesetzt werden. A-4,  58 Seiten.  Schmetterling-Verlag Stuttgart.

 

Künstler für Menschenrechte  -  Hörbuch Literatur & Musik

2 CDs, ca 150 Min.,  € 7.-

Zwei Konzertlesungen mit Literatur & Musik von Fiechtner/Vesely als Benefiz-Produktion für Amnesty, UNESCO, Casa Alianza und dem Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm. Die Texte (Gedichte und Kurzgeschichten) und Lieder behandeln Menschenrechtsthemen auf unterschiedlichen Wegen und in vielfältigen Formen und eignen sich daher als „Fundgrube“ für die Ergänzung und Auflockerung von Unterricht. Die besondere Mischung aus teils eingängigen, teils literarisch und musikalisch anspruchsvollen Texten und Liedern bietet Material für die Bandbreite von 7. - 13. Klassen.

 

Audio-CD: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte  als Hörbuch

Benefiz-CD , € 7.-.  

Menschenrechte hören statt lesen: Der vollständig rezitierte Text der UN -  Menschenrechtserklärung,  im Hintergrund zurückhaltend kommentiert mit Klangeffekten und Musik und ergänzt mit einem Lied. Empfohlen zur Auflockerung des Unterrichts und zur Vertiefung des Textes.  

 

Ausstellung:  Die Würde des Menschen ist (un)antastbar
Diese Wanderausstellung von Amnesty International über Folter, nicht zu verwechseln mit der  fast gleichnamigen Ausstellung vom DZOK, wurde bereits mit großem Erfolg in über 100 Städten gezeigt. Sie behandelt in umfassender und informativer, dennoch zurückhaltender Form die Folter und damit den Angriff auf die Menschenwürde in heute rund der Hälfte aller Länder der Welt. Auf plakative Darstellungsformen wurde verzichtet, ausgestellt werden keine Folterinstrumente, sondern belletristische Texte und nüchterne Sachinformationen sowie abstrahierte künstlerische Objekte. Die Ausstellung besteht aus ca. 30 Bannern/Fahnen an Gestellen sowie 7 Kunstobjekten des  chilenischen Künstlers und Folterüberlebenden Sergio Vesely. Der Transport ist einfach, Auf- und Abbau können von 4 Helferinnen in weniger als  zwei Stunden bewältigt werden. Sie benötigt rund 80 qm Stellfläche. 

Auf Wunsch können zusammen mit der Ausstellung Vorträge, Lesungen und Konzertlesungen gebucht werden, um deren  organisatorische Belange sich Amnesty International kümmert.  Weitere Infos auf diesen Seiten unter „Ausstellung“

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte  - Das Mini-Buch für die Hosentasche.

Herausgegeben von Amnesty International. Eine Miniatur-Version der UN - Menschenrechtserklärung, die man mit sich herumtragen kann.  Auf Wunsch auch in zweisprachiger Fassung  Deutsch/Englisch.

 

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte  - Das Bilderbuch für Kinder.  

Paperback, € 5.-. Vereinfachte, illustrierte Fassung der Menschenrechtserklärung  für Kinder im Grundschulalter.

 

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte  - Ein Bühnenstück

Die bisher einzige Dramatisierung  des Textes der UN-Menschenrechtserklärung, aufbereitet als Disput  mit dem (autoritären) Staat,  ist eine ideale Grundlage für die kreative Arbeit in Theater-AGs an Schulen:   es wird nicht „vom Blatt gespielt“, sondern kann vom Ensemble fast beliebig erweitert oder umgestaltet werden. Aufgeführt wurde das Theaterstück bereits als  Schauspiel, als Szenische Lesung, als Musical und als Revue.

Das Stück ist enthalten in dem Lesebuch  „Frei und gleich geboren“  (siehe unten), es kann jedoch auch separat vom Amnesty-Büro Ulm bezogen werden

 

Lesebuch Menschenrechte:  

Reiner Engelmann, Urs M. Fiechtner (Hg.):  Frei und gleich geboren. 

Aktualisierte Taschenbuch - Ausgabe bei cbt Bertelsmann 2008, 288 S., € 7,95.-

Das  sehr erfolgreiche und vielfach empfohlene,  2008 noch einmal aktualisierte und erweiterte Lesebuch eignet sich besonders für einen Einstieg in das komplexe Thema „Menschenrechte“ und für die Fächerübergreifende  Beschäftigung mit vielen Themen, darunter Folter und Asyl.  Belletristische Texte sind verbunden mit Sachtexten, Gedichten, Kurzgeschichten, Berichten und Dokumentationen – eine Fundgrube für Lehrer/innen, die für  8. - 13. Klassen geeignete Texte suchen.

Für Theater-AGs und den Deutschunterricht bietet das Buch die bisher einzige dramatisierte Fassung der Menschenrechtserklärung an.

 

Buchreihe  Edition Menschenrechte

Erscheint im Horlemann – Verlag, herausgegeben von Marion Schweizer in Zusammenarbeit mit Amnesty International.   Alle Bücher als Paperbacks, 144 S., €  12,90.-    Für Klassensätze bietet das Ulmer Amnesty-Büro Sonderkonditionen an.

Ein erfolgreiches Konzept für die Menschenrechtsbildung - jeweils ein Buch für ein Thema,  aber in jedem Buch zwei  sich ergänzende Vermittlungswege: In kompakter, übersichtlicher Form bietet ein Sachteil in der Mitte des Buches umfassende Fakten zu aktuellen Menschenrechtsthemen (Geschichte, Ursachen und Wirkungen, Hintergründe, Zahlen, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten).  Anfang und Ende jedes Buches bilden literarische Kurzgeschichten, die auf realen Fällen beruhen und den nüchternen Fakten ein menschliches Gesicht geben. Die Reihe wird fortgesetzt und mit Unterrichtsmaterialien ergänzt. Als Klassenlektüre sind die Bücher für 9. - 12. Klassen geeignet, in Auszügen auch für 8. Klassen.  Zur Behandlung der Bücher im Unterricht kann das Ulmer Amnesty-Büro  Lesungen und Diskussionen mit den beteiligten Autoren vermitteln.

   

Fiechtner Folter: Angriff auf die Menschenwürde

Sechs authentische Kurzgeschichten erzählen von verschiedenen Aspekten der Folter, von ihren Auswirkungen auf Opfer und Täter und auf die ganze Gesellschaft. Sie erzählen aber auch von der Überwindung der Folter, vom Sieg über die schlimmste Erfahrung im Leben eines Menschen.  Dem erfahrenen, vielfach ausgezeichneten Autor („Annas Geschichte“) ist es gelungen, das schwierige, ja eigentlich abstoßende Thema mit höchster literarischer Qualität feinfühlig und zurückhaltend zu vermitteln, ohne etwas zu verschweigen. Ein umfassender, sehr informativer Sachteil ergänzt Hintergründe, Zahlen und Fakten. Insgesamt ist dies eines jener  (seltenen)  Bücher  über  eine  harte Realität, die   trotz ihres Themas überaus  lesbar und  zudem  hoch informativ gelungen sind.

 

Hashemi Todesstrafe:  Auge um Auge

Die Geschichte der Todesstrafe ist eine lange Geschichte der Grausamkeit, und sie dauert bis heute. Ob öffentliche Hinrichtung auf dem Marktplatz zur Abschreckung oder die »saubere« Variante hinter Gefängnismauern mit Gift, Gas oder Strom – die staatlich angeordnete Tötung von Menschen als Strafe für ein Verbrechen ist selbst ein Verbrechen. Ein Verbrechen gegen das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Ein Verbrechen gegen die angeborene Würde des Menschen. Die Geschichte der Todesstrafe ist aber auch die Geschichte ihrer Abschaffung. Die Liste der Staaten, die sie aus ihren Gesetzen verbannen, wird länger, die Liste derer, die noch Menschen hinrichten, kürzer. Das macht Hoffnung. Und es macht Mut. Der Kampf gegen die Todesstrafe ist noch nicht gewonnen – aber wir sind auf dem Weg.

 

Engelmann Kinder: ausgegrenzt und ausgebeutet

Obwohl fast alle Staaten die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen unterzeichnet haben, sind Kinder überall auf der Welt Opfer von Ausgrenzung und Ausbeutung. Zahllose Kinder leben auf der Straße, werden in Fabriken, Bergwerken, Steinbrüchen und Bordellen ausgebeutet, als Kindersoldaten rekrutiert, für den Drogenhandel und andere Straftaten missbraucht, von der Polizei verfolgt und misshandelt. Auch bei uns in Mitteleuropa werden Kinderrechte missachtet: Das Recht auf Bildung hängt vom Sozialstatus ab, immer mehr Kinder sind von Armut betroffen, Kinder mit Migrationshintergrund können von Chancengleichheit nur träumen.

 

Grunert Asyl: bedrohtes Recht

Sie flüchten vor Verfolgung, Krieg, Gewalt und Tod. Sie überqueren Grenzen, Flüsse, Gebirge und Meere und riskieren dabei ihr Leben. Sie nehmen Gefahren und Strapazen auf sich, um einen sicheren Ort zu erreichen. Doch alles ist umsonst, wenn ihnen im Zielland das Asylrecht verwehrt wird, wenn sie ausgewiesen und abgeschoben werden.

Angesichts von Millionen Flüchtlingen macht Europa seine Grenzen dicht. Einige der ärmsten Länder der Welt nehmen längst mehr Flüchtlinge auf als alle europäischen Staaten zusammen. Das Asylrecht ist in Gefahr.

 

Fiechtner Verschwunden: in geheimer Haft

Das Verschwindenlassen von Menschen in geheimer Haft ist eine der schlimmsten Formen staatlichen Terrors. Zum ersten Mal wurde diese Methode politischer Verfolgung von den Nazis in Deutschland 1941/42 schriftlich angeordnet und als Technik zur Einschüchterung der Bevölkerung definiert. Heute sind über 90 Länder in den beiden Amerikas, in Afrika, Asien und Osteuropa betroffen. Die Gesamtzahl der Opfer wird auf weit über eine Million geschätzt.

Ein informativer Sachteil beschreibt die Entwicklung des Verschwindenlassens seit Hitlers Nacht-und-Nebel-Erlass und zeigt, wie diese Praxis im »Krieg gegen den Terror« plötzlich wieder auflebt. Geschildert werden die Gedankengänge, die hinter dieser Methode der politischen Verfolgung stehen, und damit die Mechanismen staatlichen Terrors und politischer Verfolgung überhaupt.

 

Weitere Lektüre – Vorschläge  finden Sie bei den Literaturtipps