Termine und Veranstaltungen

25. Januar 2018 | Wissen gegen Willkür - Menschenrechte bilden

Foyer der Volksbank Ulm-Biberach Olgaplatz 1, 89073 Ulm
Beginn: 18:30 Uhr

Wer seine Rechte nicht kennt, kann sie auch kaum in Anspruch nehmen oder verteidigen. Die Information über die Inhalte der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und über die vielen Verträge, denen Staaten zum Schutz der Menschenrechte in den vergangenen Jahren beigetreten sind, gehört daher zu den Aufgaben der Menschenrechtsbildung. In den meisten Staaten gehören Menschenrechte inzwischen zu den Rechten, die man einklagen kann. Aber das ist nur wenigen Menschen bewusst. Auch in Deutschland: Mehrere Umfragen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass ein sehr großer Prozentsatz der Bevölkerung sehr wenig über Menschenrechte weiß - obwohl diese auch einen bedeutenden Teil des deutschen Grundgesetzes ausmachen.

So können in Deutschland laut einer Studie 42 Prozent der Bevölkerung kein einziges Menschenrecht nennen, mehr als ein Viertel der Befragten (28 Prozent) haben noch nie etwas von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gehört, deren Verabschiedung sich in diesem Jahr zum 70. Mal jährt.
Die Ulmer Stiftung Menschenrechtsbildung bietet zusammen mit den Kooperationspartnern Amnesty International und dem Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU) sowohl Schulen und Hochschulen als auch Einrichtungen der Erwachsenenbildung Möglichkeiten zur Zusammenarbeit an und stellen qualifizierte Referenten/innen aus der Praxis der Menschenrechtsarbeit sowie Materialien zur Verfügung.

An diesem Abend gehen die Referenten auf die vielen Möglichkeiten ein, Menschenrechtsbildung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene umzusetzen und geben praktische Hinweise für LehrerInnen im Unterricht. Unter anderem geht es um Mittel und Wege, wie Schulen im Ulmer Raum unkompliziert Unterstützung bekommen und praxiserfahrene ExpertenInnen für Unterrichtsbesuche einladen können. Die Referenten sind Lothar Heusohn, Sozialwissenschaftler und langjähriger Fachbereichsleiter für Politik, Gesellschaft und Umwelt der Ulmer Volkshochschule sowie Urs M. Fiechtner, Schriftsteller, Jugendbuchautor und Menschenrechts-Experte von Amnesty International. Die Moderation übernimmt Stefan Drößler, Fachreferent für Sozialwissenschaften Universitätsbibliothek Stuttgart, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Menschenrechtsbildung.

15. Februar 2018 | Kinderarbeit – des einen Freud, des anderen Leid

Foyer der Volksbank Ulm-Biberach Olgaplatz 1, 89073 Ulm
Beginn: 18:30 Uhr

Ein Vortrag und eine Autorenlesung aus dem Buch Schlaglicht
zur Lebenssituation von Kindern hier und anderswo des renommierten
Kinder- und
Jugendbuchautors Reiner Engelmann

Informationen zur Veranstaltung: Der Schokoladenkonsum in unseren Breiten ist sehr hoch, und gerade in der Vorweihnachtszeit steigt er noch beträchtlich an. Aber wissen wir auch, woher die Schokolade kommt, die wir im Jahr über konsumieren? Was wissen wir über den Kakao, der den Rohstoff bildet für unsere Schokolade? Wie wird Kakao geerntet? Wer arbeitet auf den Kakaoplantagen? In Indien arbeiten hunderttausende Kinder in Steinbrüchen – viele unter Schuldknechtschaft. Mit den Steinen, die aus diesen Steinbrüchen nach Europa exportiert werden, werden hier Fußgängerzonen gepflastert, Arbeitsplatten für Küchenmöbel werden daraus hergestellt oder man verwendet sie als Grabsteine.Als Folge des Genozids in Ruanda leben dort heute rund 70.000 Kinder in sogenannten Kinderhaushalten. Diese Kinder besuchen keine Schulen, diese Kinder müssen tagtäglich arbeiten, um ihr eigenes Überleben zu sichern.Zehntausende Kinder werden in verschiedenen afrikanischen Staaten als Kindersoldaten rekrutiert. Durch ihre Einsätze als Kindersoldaten werden sie traumatisiert, haben kaum noch Chancen, ein normales Leben zu führen.Die in der UN – Kinderrechtskonvention festgelegten Grundsätze über die Rechte des Kindes gelten für alle Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Darauf haben sich die Vertragsstaaten geeinigt und ausdrücklich in diesem Übereinkommen festgelegt, dass diese Rechte und Freiheiten ohne Unterscheidung, etwa nach „der Rasse, der Hautfarbe, dem Geschlecht, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, dem Vermögen oder dem sonstigen Status“ gelten.

Über den Autor: Reiner Engelmann ist 1952 in Völkenroth /Hunsrück geboren. Sein berufliches Engagement gilt vor allen Dingen der Gewaltprävention, der Menschenrechtsbildung und der Leseförderung. Engelmanns erstes Buch erschien 1992 zu einem damals wie heute wieder besonders brisanten Thema: Fremdenfeindlichkeit. Seither sind zahlreiche Jugendbücher von ihm insbesondere zu sozialen Brennpunktthemen erschienen, darunter auch viele Menschenrechte-Lesebücher. 1969 gründete Engelmann zusammen mit Freunden die erste Gruppe von Amnesty International im Hunsrück. Seitdem ist er aktives Mitglied und arbeitet in verschiedenen Funktionen in der Organisation.

Donnerstag, 15. Februar, 18:30 Uhr
Foyer der Volksbank Ulm-Biberach
Olgaplatz 1, 89073 Ulm

Der Eintritt ist frei

Veranstaltet von der Stiftung Menschenrechtsbildung in Kooperation mit Amnesty International Ulm/Neu-Ulm und dem Förderverein des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm. weitere Informationen: www.stiftung-mrb.de/vortragsreihe www.amnesty-ulm.de/termine

20. März 2018 | Gibt es Grenzen der Toleranz? Kulturelle Identität und Religionsfreiheit

Haus der Katholischen Kirche, Königstr. 7, 70173 Stuttgart
Beginn: 19:00 Uhr

K-18-1-1317
Di 20.03.18, 19:00 - 21:00 Uhr

In vielen Ländern Europas nehmen kulturelle Konflikte zwischen Migranten und der einheimischen Bevölkerung zu, zahllose Diskussionen entzünden sich rund um Stichworte wie Kopftuchverbot, Religionsfreiheit, Ghettoisierung, Minarettverbote oder "Überfremdung"... Immer wieder wird gefordert, Migranten sollten sich integrieren. Allerdings wird in "Werte-" und "Leitkultur-"Debatten häufig offen gelassen, worin denn genau die europäische oder deutsche Kultur besteht, in die Migranten integriert werden sollen. Der Vortrag beleuchtet aus der Sicht der Menschenrechtserklärung und des Grundgesetzes die Fragen des Umgangs mit den Rechten auf kulturelle Identität und auf Freiheit der Religionsausübung und gibt Hinweise für ein Nachdenken über "Deutsche Kultur" und den realen Integrationsbedarf von Menschen aus anderen Kulturen.

Referent: Urs M. Fiechtner, Schriftsteller, Menschenrechtsexperte amnesty international 
Kosten: 8,00 €

Anmeldung bei:
Katholisches Bildungswerk Stuttgart
Königstr. 7
70173 Stuttgart
0711/7050600
info@kbw-stuttgart.de

20. März 2018 | Gibt es Grenzen der Toleranz? Kulturelle Identität und Religionsfreiheit

Haus der Katholischen Kirche, Königstr. 7, 70173 Stuttgart
Beginn: 19:00 Uhr

In vielen Ländern Europas nehmen kulturelle Konflikte zwischen Migranten und der einheimischen Bevölkerung zu, zahllose Diskussionen entzünden sich rund um Stichworte wie Kopftuchverbot, Religionsfreiheit, Ghettoisierung, Minarettverbote oder "Überfremdung"...
Immer wieder wird gefordert, Migranten sollten sich integrieren. Allerdings wird in "Werte-"  und "Leitkultur-"Debatten häufig offen gelassen, worin denn genau die europäische oder deutsche Kultur besteht, in die Migranten integriert werden sollen.

Der Vortrag beleuchtet aus der Sicht der Menschenrechtserklärung und des Grundgesetzes die Fragen des Umgangs mit den Rechten auf kulturelle Identität und auf Freiheit der Religionsausübung und gibt Hinweise für ein Nachdenken über "Deutsche Kultur" und den realen Integrationsbedarf von Menschen aus anderen Kulturen.
Der Schriftsteller Urs M. Fiechtner veröffentlicht seit den 70'er Jahren über Menschenrechtsthemen. Parallel dazu ist er seit seinem 15. Lebensjahr in Menschenrechtsorganisationen  wie Amnesty International oder den Behandlungszentren für Folteropfer ehrenamtlich engagiert und kennt aus der praktischen Erfahrung von fast einem halben Jahrhundert die Arbeit hinter den Kulissen wie kaum ein anderer.
 
Anmeldung bei:
Katholisches Bildungswerk Stuttgart
Königstr. 7
70173 Stuttgart
0711/7050600

info@kbw-stuttgart.de

19. April 2018 | Menschenrechte, Antisemitismus und Israelkritik

Forum der Volksbank Ulm-Biberach Olgaplatz 1, 89073 Ulm
Beginn: 18:30 Uhr

Das Thema „Antisemitismus“ wird derzeit in Deutschland stark diskutiert. So hat zum Beispiel auch der Deutsche Bundestag im Januar 2018 beschlossen, die Bundesregierung aufzufordern, einen besonderen „Antisemitismus-Beauftragten“ einzusetzen. Sehr schnell und systematisch werden jedoch hier und anderswo „Antisemitismus“ und „Israelkritik“ zusammengezogen und unter die gemeinsame Überschrift des „Antisemitismus“ gestellt. Gegen Veranstaltungen, die sich mit der israelischen Besatzungspolitik gegenüber den Palästinensern bzw. mit der Menschenrechtssituation vor Ort beschäftigen, wird flächendeckend der antisemitische Vorwurf erhoben, es werden Räume gekündigt und Referenten wie Veranstalter des „Judenhasses“ beschuldigt.

Umso wichtiger ist die Studie, die an der Universität Konstanz unter Leitung von Prof. Wilhelm Kempf durchgeführt wurde und deren Ergebnisse 2015 unter dem Titel „Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee: Eine Spurensuche“ veröffentlicht wurden. Prof. Wilhelm Kempf stellt diese Studie und ihre Resultate am 19. April in Ulm vor.

Er sagt: „Die Hauptzielsetzung des Buches bzw. der empirischen Studie, auf der das Buch beruht, war es, dem eindimensionalen Weltbild entgegenzuwirken, das sich als Grund für Israelkritik nichts anderes vorstellen kann als eben Antisemitismus. Diese, von einer kleinen aber umso lauteren Gruppe von pro-israelischen Hardlinern verbreitete Ideologie ist geeignet, die israelischen Juden in Angst und Schrecken zu versetzen, immer und überall nur von Antisemiten umgeben zu sein, die ihnen nach dem Leben trachten, und behindert dadurch die Fähigkeit der israelischen Gesellschaft, sich auf eine Friedenslösung mit den Palästinensern einzulassen.“

Veranstalter:
Stiftung Menschenrechtsbildung Ulm in Zusammenarbeit mit Amnesty International
Ulm/Neu-Ulm und Förderverein des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm e. V.